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10 Jahre Gedenkstätte Hohenschönhausen
Vor zehn Jahren wurde die Stasiopfer-Gedenkstätte gegründet - seitdem kamen mehr als 1,7 Millionen Besucher in das frühere zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen.
Es sollten mehr Ostdeutsche den Weg in die Gedenkstätte finden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus mahnte am Mittwoch, die Erinnerung an politische Verfolgung in der DDR wachzuhalten. An die Gründung der Gedenkstättenstiftung am 1. Juli 2000 sollte am Abend mit einem Festakt im Maxim-Gorki-Theater in der Hauptstadt erinnert werden. Dazu wurde auch Wowereit erwartet.
Der SPD-Politiker erklärte vorab, die Gedenkstätte mit original erhaltenen Zellen und Verhörräumen lasse niemanden unbeeindruckt. Das frühere Stasigefängnis sei ein wichtiger Ort für das Erinnern. Für die Träger des damaligen Systems sei er aber Stein des Anstoßes - dies zeige, wie engagiert die Arbeit der Gedenkstätte sei.
Nach Angaben der Gedenkstätte kamen 2009, im 20. Jahr des Mauerfalls, mehr als 300 000 Menschen, darunter viele Schüler. 81 Prozent seien aus den alten Bundesländern gewesen, nur acht Prozent aus den ostdeutschen Ländern und elf Prozent aus Berlin. Im Gründungsjahr der Stiftung waren es rund 50 000 Interessierte.
Nach Ansicht von Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe wurde aus dem düsteren Haftort eine lebendige Erinnerungsstätte. Anliegen ist, zur Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur anzuregen. Am Stadtrand von Ost-Berlin unterhielt die DDR-Staatssicherheit das Gefängnis, in dem auch auch DDR-Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs oder Ulrike Poppe saßen. Das Land Berlin und der Bund finanzieren den Gedenkort mit zusammen knapp 1,2 Millionen Euro im Jahr.
Frühere Häftlinge leisteten mit ihren Führungen durch die Gedenkstätte einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen, erklärte der Opferverband für die stalinistisch Verfolgten am Mittwoch. Für viele sei es eine Genugtuung, Jugendliche durch die Räume zu führen und ihnen den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie nahe zu bringen, sagte Hugo Diederich für den Opferverband. Jede Schulklasse sollte ein früheres Stasi-Gefängnis besuchen. «Das ist das beste Mittel gegen Ostalgie.»
Bei der Erinnerung an die Gründung der Stiftung stand auch das Theaterstück «Staatssicherheiten» auf dem Programm. Darin berichten 15 frühere Häftlinge von ihrem Gefängnisalltag in Hohenschönhausen und ihren Erfahrungen nach der Haft.
Die Gedenkstätte soll jetzt ausgebaut werden. Geplant sind eine neue Dauerausstellung, Buchladen, Kino sowie Seminarräume, Garderoben und ein Besuchercafé. Insgesamt sollen mehr als 16 Millionen Euro investiert werden. Das Projekt hat sich jedoch wegen langer Prüfung der Planungsunterlagen verzögert, so dass nun mit einer Fertigstellung nicht vor Ende 2012 gerechnet wird.









