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Überfüllte Universitäten
Unterricht in provisorischen Containern oder in überfüllten Hörsälen soll es in Berlin trotz der Aussetzung der Wehrpflicht nicht geben. Die Hochschulen erhalten zusätzlich acht Millionen Euro aus dem Hochschulpakt, um den Andrang zu bewältigen. Das kündigte Bildungssenator Jürgen Zöllner am Freitag in Berlin an. Mit dem Geld könnten die benötigten neuen Studienplätze schneller eingerichtet werden. Die Hochschulen wollen unter anderem mit flexiblen Arbeits- und Lehrmodellen reagieren, kündigte der Vorsitzende der Landeskonferenz der Rektoren, Peter-André Alt, an.
Zöllner erklärte weiter, dass die Hochschulen bereits in diesem Jahr außerdem 62 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt erhalten, die erst für 2012 vorgesehen waren. Mit diesem Geld haben sie bereits in den Vorjahren den langfristig geplanten Ausbau der Studienplätze vorfinanziert. Durch doppelte Abiturjahrgänge in einigen Bundesländern in diesem Jahr und in Berlin ab 2012 besteht zusätzlicher Bedarf an Plätzen.
«Wir sind gut gerüstet», sagte Alt und ergänzte: «Mittlerweile haben wir gelernt, wie man mit einer Situation der Überlastung umgeht.» Mit dem zusätzlichen Geld wollen die Hochschulen demnach in das wissenschaftliche Nachwuchspersonal investieren. Vor allem zeitlich befristete Juniorprofessuren könnten laut Alt ausgebaut werden. Außerdem solle in ein Mentoren- und Tutorenprogramm investiert werden, um die Betreuung der Studenten zu sichern.
Auch ein stärkerer Ausbau des E-Learning könne helfen. Hörsäle müssten nicht von 9.00 bis 18.00 Uhr voll sein. E-Learning werde aber nicht dazu führen, dass die Unis plötzlich zu Fern-Unis würden, sondern das Lernen per Internet könne mit der Präsenzlehre kombiniert werden. Schon jetzt habe die Freie Universität, deren Präsident Alt ist, gute Erfahrungen damit gesammelt. Lehrveranstaltungen an Wochenenden und in der vorlesungsfreien Zeit könnten die Situation zusätzlich entlasten.
Die Berliner Hochschulen haben von 2006 bis 2010 die Zahl der Studienanfängerplätze von 19 000 auf 24 500 erhöht. In privaten und staatlichen Hochschulen gibt es insgesamt rund 28 500 Plätze für Erstsemester. Bis 2012 sollen rund 6000 neue Plätze hinzukommen.









