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Apps gefährden Datenschutz
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix hat die Besitzer von Smartphones vor der Benutzung von sogenannten Apps gewarnt. Anbieter der kleinen Programme (Applikationen) würden private Daten aus Smartphones wie dem iPhone von Apple saugen, sagte Dix am Mittwoch bei der Vorstellung seines Jahresberichtes 2010. «Es werden auch zahlreiche Daten übernommen, die für die App gar nicht gebraucht werden.» Das gleiche gelte für das soziale Netzwerk Facebook, das die Nutzer nicht informiere, was mit ihren zahlreichen persönlichen Daten genau geschehe.
Dix sagte: «Kaum ein Smartphone-Besitzer macht sich klar, was da für Datenflüsse ausgelöst werden.» So könnten über Spiele mit Hilfe der GPS-Standortdaten Bewegungsprofile erstellt werden. Auszuschließen sei auch nicht, dass über Apps Telefonnummer, Kalenderdaten oder Fotos von den Handys ohne das Wissen der Besitzer heruntergeladen würden.
In dem Jahresbericht heißt es: «Studien haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Apps verschiedene personenbezogene Daten (wie Gerätenummer, Telefonnummer, Kontaktdaten aus dem Adressbuch) an den jeweiligen App-Hersteller übermittelt, ohne dass dies für den Dienst erforderlich wäre und ohne die Nutzenden zu informieren.» Er verlange, dass den Kunden genau gesagt und angezeigt werde, was passiere.
Apps können kleine Spiele sein, aber auch Programme zum Zeitunglesen, Einkaufen, zur Orientierung oder zum Musikhören. Zehntausende Apps werden angeboten, manche sind kostenlos.
Über Facebook sagte Dix, der Erfahrung nach könne man dem Unternehmen «nicht trauen», was private Daten betreffe. «Das Unternehmen ändert von heute auf morgen seine Praxis beim Umgang mit den Daten und wartet dann erstmal ab, was passiert.» Es müsse aber das Recht jedes Einzelnen sein, selber zu entscheiden, was auch in Zukunft mit den gespeicherten Informationen geschehe. Die Realität sehe aber anders aus. «Man gibt die Kontrolle ab. Was wirklich mit Daten geschieht, entscheidet das Unternehmen.»
Dix warnte zudem vor einer Weiterentwicklung von Stadtplan- und Orientierungsseiten wie Google Street View. «Man kann sicher sein, dass die Kameras näher kommen werden.» Die Aufnahmen von der Straße aus und aus dem Weltall würden detaillierter und vielfältiger werden. «Ich könnte mir eine Entwicklung vorstellen, wo wir eine Live-Überwachung erleben. Das hätte eine andere Qualität.»









