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Erfolg gegen Mobbingseite
Im Kampf gegen die Internet-Mobbingseite Isharegossip haben die Behörden einen ersten Erfolg erzielt. Bei den großen Suchmaschinen wie Google wird die Seite nicht mehr angezeigt. Das ist das Ergebnis der Kennzeichnung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die das Portal auf den Index setzte. Die berüchtigte Seite kann im Internet allerdings weiterhin direkt aufgerufen werden.
Am Mittwochnachmittag berieten Fachleute von Polizei, Verwaltung und Schulen über das weitere Vorgehen gegen das Internetmobbing. Die Bildungsverwaltung hatte auch Schulpsychologen, Schulleiter und Schülersprecher eingeladen. Namen und die genaue Uhrzeit wollte die Bildungsverwaltung nicht nennen. Das Gespräch finde intern und auf der Fachebene statt. Ab 17.30 Uhr sollte es Informationen über Ergebnisse geben.
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix bezeichnete die Website als «eindeutige Hetzseite». Stünde der Computerserver in Deutschland, könnte man die Seite wegen der Aufforderung zu Straftaten abschalten. In Lettland, wo der Server stehen soll, gebe es aber nur eine Scheinadresse eines Betreibers, sagte Dix am Mittwoch. «Wir stoßen hier an die rechtlichen Grenzen, wenn wir ein solches Angebot aus dem Ausland vom Netz nehmen wollen.» Dix forderte, den Aspekt Medienkompetenz als verpflichtenden Unterrichtsinhalt in alle Lehrpläne an Schulen aufzunehmen.
Die Grünen erwarteten von dem Krisentreffen bei der Bildungsverwaltung schnelle Maßnahmen zum Schutz der Opfer, etwa schulpsychologische Betreuung. Die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann begrüßte die Solidaritätsaktion von Schülern, die kürzlich versuchten, die Seite mit einer Masse von eigenen Beiträgen zu überfluten. Schulen sollten einen eigenen Fairnesskodex erarbeiten, der von Schülern, Lehrern und Eltern getragen werde.
An den Berliner Schulen beginnt im Herbst zudem eine Initiative mit dem Titel «Mobbingfreie Schule - gemeinsam Klasse sein». Lehrer, Schüler und Eltern sollen informiert und im Umgang mit Mobbing gestärkt werden. Thematisiert wird dabei auch das brisante Thema Cybermobbing.
Bei der Polizei gingen bis Wochenanfang 139 Anzeigen wegen Beleidigung, Verleumdung und Störung des öffentlichen Friedens ein. Zuständig für derartige Straftaten ist zentral die Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main.
Vor zehn Tagen war nach einem Fall von Cybermobbing ein Streit in Berlin eskaliert. Eine Gruppe von 20 Jugendlichen schlug einen 17-Jährigen krankenhausreif. Der junge Mann wollte seine Freundin vor heftigen Beleidigungen durch ihre Mitschülerinnen auf der Internetplattform beschützen.









