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Ausnahmezustand an Charité
An der Berliner Charité streiken seit Montagmorgen Hunderte Pfleger, Krankenschwestern und technische Mitarbeiter, um eine bessere Bezahlung durchzusetzen. Laut Charité-Sprecherin Stefanie Winde ist derzeit nur so viel nichtärztliches Personal im Einsatz wie sonst an Wochenenden. Die Auswirkungen des unbefristeten Streiks ließen sich noch nicht genau abschätzen, sagte Winde. Auch die Zahl der Streikenden stand Montagmittag noch nicht fest.
Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 10 000 Krankenschwestern, Pfleger und Techniker an der Charité 300 Euro mehr im Monat. Dies entspreche dem bundesweit üblichen Tarif. An diesem Dienstag wollen Krankenschwestern und Pfleger für ihre Lohnforderungen auch auf die Straße gehen und demonstrieren. Zur Charité gehören unter anderem drei große Kliniken in den Berliner Stadtteilen Mitte, Wedding und Steglitz.
Auch Rettungsstellen, Intensivstationen und Ambulanzen sind nach Angaben der Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Die ddb Tarifunion sprach von massiven Einschränkungen des Klinikbetriebs. Die Ärzte streikten zwar nicht, doch könne es für Patienten ohne lebensbedrohliche Erkrankungen zu Einschränkungen und Engpässen kommen.
Die Charité-Sprecherin betonte, eine Notfallversorgung sei sichergestellt. Das Klinikum hat für Betroffene eine Info-Hotline (030 450 550 500) eingerichtet. Nach den Worten Windes stehen die Telefone nicht still. Drei Mitarbeiter hätten bereits zahlreiche Anfragen verunsicherter Patienten entgegen genommen. Die meisten wollten wissen, ob geplante Operationen stattfinden. Noch am Montag wollte die Charité Antworten auf häufig gestellten Fragen im Internet veröffentlichen.
Mit Demonstrationen wollen die Streikenden am Dienstag ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Sie starten vom Campus Mitte und vom Campus Virchow-Klinikum Richtung Müller-/Ecke Fennstraße in Wedding, wo eine Kundgebung geplant ist.
Eigentümer der Charité ist das Land Berlin, Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) ist Aufsichtsratsvorsitzender. Der Streik werde so lange dauern, bis es ein verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers gebe, sagte eine Verdi-Sprecherin. Das könne drei Tage dauern oder auch länger. Winde wollte am Montag aus «taktischen Gründen» keine Angaben über ein mögliches Angebot des Arbeitgebers machen. «Der Spielraum ist einfach nicht da», sagte sie mit Blick auf die Forderungen.
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