Wohnungsnotstand in Berlin

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Die Hälfte der leerstehenden Wohnungen in Berlin kann wegen Modernisierungsarbeiten derzeit nicht bezogen werden. Das ergab eine vom Senat in Auftrag gegebene Studie der Investitionsbank Berlin (IBB). Demnach werden etwa 75 000 Wohnungen modernisiert oder sollen modernisiert werden und stehen Wohnungssuchenden daher nicht zur Verfügung.

 

Der Berliner Mieterverein sieht sich durch die veröffentlichte Studie in seinem Streit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigt: «Der Senat unterliegt seit geraumer Zeit einer krassen Fehleinschätzung. Der weit überwiegende Wohnungsleerstand steht Suchenden nicht zur Verfügung, weil diese Wohnungen gar nicht angeboten werden. Wir fordern rasche Eingriffe, um den weiteren Verlust von preiswertem Wohnraum zu stoppen», sagte Vereinssprecher Reiner Wilde am Mittwoch. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat eine Steuerung des Wohnungsmarktes stets mit Verweis auf die vielen leerstehenden Wohnungen in Berlin abgelehnt.

Die nun veröffentlichte Studie wertet die Senatsverwaltung ebenfalls als Bestätigung der eigenen Position. Nur ein Bruchteil des Wohnraums in Berlin sei wegen eines schlechten Zustandes gar nicht vermietbar. Wohnungen, die wegen Baumaßnahmen nicht vermietet werden, stehen «in der Regel nicht länger als ein halbes Jahr oder drei Monate leer», sagte der Sprecher Mathias Gille.

Sollte die Nachfrage nach Wohnraum erwartungsgemäß steigen, will der Senat neue Wohnungen bauen. «Zur Zeit besteht aber keine Wohnungsnot in dieser Stadt», betonte Gille. Daher seien Maßnahmen jetzt noch nicht erforderlich.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen forderte indes, mit dem Neubau von Wohnungen möglichst bald zu beginnen. «Die Zahlen lassen nur einen Schluss zu: Berlin braucht jetzt einen Stadtentwicklungsplan Wohnen», sagte Vorstandsmitglied Maren Kern.

Die Ergebnisse der Studie haben Vertreter der Berliner Wohnungswirtschaft und Mitglieder des Senats sowie des Mietervereins bereits Anfang April diskutiert. Hier wurden Gründe für die Leerstände in Berlin analysiert und nach Lösungen gesucht. Nach Angaben der IBB kamen die Teilnehmer jedoch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, wie mit Wohnungsmangel und Leerstand umzugehen ist.

 
Tuesday, den 03.May 2011

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