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Touristenmassen: Kreuzberg schlägt Alarm
Der Unmut über die große Zahl an Touristen im Szeneviertel Berlin-Kreuzberg wächst. Nachdem Anwohner kürzlich bei einer Podiumsdebatte «Hilfe, die Touris kommen» ihrem Ärger Luft gemacht hatten, sind nun an vielen Stellen im Kiez «Berlin-liebt Dich-nicht»-Aufkleber aufgetaucht, die den Schriftzug «Berlin», ein durchgestrichenes Herz und ein «U» (für englisch You, deutsch: Dich) zeigen. Die Botschaft: Touristen sind nicht willkommen. Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) will auf die neue Form der Ablehnung mit Augenmaß reagieren. «Wir dürfen daraus keinen Medienhype machen», sagte er am Mittwoch.
Der Politiker hatte in der vergangenen Woche einen Runden Tisch zu dem Thema eingeführt. Hier sei es aber nicht nur um den «Ballermann»-Tourismus im Kiez gegangen, sondern allgemein um die Entwicklung des Stadtviertels. Rund 60 Anwohner beteiligten sich an der ersten Sitzung. «Es war eine sehr konzentrierte, intensive Diskussion, ohne gegenseitige Vorwürfe», sagte Schulz. Die nächste Zusammenkunft ist im Juni geplant.
Touristen schätzen das alternative Flair und die Partymöglichkeiten in Kreuzberg. Manche Kreuzberger dagegen stören sich an zunehmenden Müll, Lärm und Tischen auf den Bürgersteigen. Sie sehen ihre Lebensqualität bedroht. Zugleich sind viele Gastronomen auf den Tourismus angewiesen. Bei den Anwohnern steigt auch die Furcht, dass sie aus «ihrem» Kiez verdrängt werden könnten.
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