Kabelbrand legt S-Bahnverkehr lahm

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Ratlose Fahrgäste, verwaiste Strecken: Ein Brand an einem wichtigen Kabelknoten der Bahn hat den regionalen Zugverkehr rund um Berlin am Montag großflächig lahmgelegt. Auch Ticketbuchungen im Internet waren dadurch vorerst nicht möglich, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. In der Hauptstadt und dem brandenburgischen Umland warteten Zehntausende Pendler am Morgen im Berufsverkehr vergeblich auf S-Bahnen und Regionalzüge. Die Einschränkungen sollten den ganzen Tag andauern, betroffen waren auch Fernzüge. Experten der Polizei nahmen Ermittlungen auf. Brandstiftung wurde nicht ausgeschlossen.

 

Der Kabelschaden, der gegen 3.00 Uhr in der Nähe des wichtigen Umsteigepunkts Ostkreuz entdeckt worden war, hatte massive Folgen. Signalanlagen, der Fahrstrom, Lautsprecher und Fahrplananzeiger wurden außer Gefecht gesetzt. Dadurch wurde der Betrieb vor allem in Richtung Osten erheblich behindert. SBahn-Strecken nach Strausberg Nord, Erkner, Schönefeld und Königs-Wusterhausen konnten nicht bedient werden, wie ein Bahnsprecher sagte. Mehrere Regionalexpress-Linien konnten nicht wie üblich über Hauptbahnhof und Alexanderplatz fahren, sondern wurden über Gesundbrunnen und Lichtenberg umgeleitet.

Da das Ausmaß so groß war, konnte die Bahn den sonst bei Störungen üblichen Ersatzverkehr mit Bussen nicht anbieten. Viele Fahrgäste versuchten daher, in Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) umzusteigen. Vor allem viele U-Bahnen waren im morgendlichen Berufsverkehr überfüllt. Den Kabelschaden zu spüren bekam auch das ICE-Werk Rummelsburg. Die Folge waren Verspätungen im Fernverkehr, zahlreiche Züge hielten nicht am nahen Ostbahnhof.

Von den Störungen waren auch die Internetseiten der Deutschen Bahn betroffen. Ticketbuchungen, Online-Reservierungen und aktuelle Fahrplanauskünfte waren zeitweise nicht möglich.

Nach Angaben der Bundespolizei waren Kabelstränge, die in einer Brückenkonstruktion über die Straße Markgrafendamm geführt werden, in Brand geraten. Dadurch wurde ein zentraler Kommunikationsknoten der IT-Sparte DB Systel erheblich beschädigt, erläuterte die Bahn.

Die Ursache des Feuers war zunächst unklar - auch ob es sich möglicherweise um einen Anschlag mit politischem Hintergrund gehandelt hat. «Nach jetzigen Ermittlungen kann das nicht ausgeschlossen werden», sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. «Es wird in jede Richtung ermittelt.» Das Landeskriminalamt mit seinen Brandexperten hat die Ermittlungen übernommen. Anfang November hatte es einen ähnlichen Kabelbrand gegeben. Damals hatte sich eine autonome Gruppe zu einem Brandanschlag bekannt.

Behinderungen im regionalen Schienenverkehr gab es gleichzeitig durch einen Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg). Es fielen Züge auf mehreren Regionalstrecken in Brandenburg aus.

SBahn-Fahrgäste in der Hauptstadtregion müssen seit zwei Jahren immer wieder Einschränkungen hinnehmen. Wegen massiver technischer Probleme kann die Bahntochter nur einen Teil der Fahrzeugflotte einsetzen.

 
Monday, den 23.May 2011

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