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Bombenalarm an der Oberbaumbrücke
Wegen einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat die Polizei am Donnerstag mit umfangreichen Evakuierungen in Berlin-Kreuzberg begonnen. Rund um den Fundort an der Oberbaumbrücke müsse ein Sperrkreis von rund 500 Metern Richtung Friedrichshain gezogen werden, teilte die Polizei mit. Auch rund um das Schlesische Tor müssten Straßen geräumt werden. Experten des Landeskriminalamtes seien bereits vor Ort, um die Entschärfung der Bombe vorzubereiten. Dies war für den späten Nachmittag oder Abend geplant.
Die britische Bombe war gegen 10.00 Uhr bei Baggerarbeiten im Spree-Wasser unterhalb der Oberbaumbrücke entdeckt worden und liegt jetzt frei auf einem Schiff an der Oberfläche auf der Kreuzberger Seite. Wegen eines Fundes vor einiger Zeit unweit der Stelle hatten Munititionsbergungsexperten die Bauarbeiten bereits beobachtet. Als der Bagger dann die Bombe freilegte, seien die Arbeiten umgehend gestoppt worden.
Auch der öffentliche Nahverkehr musste seinen Betrieb am Vormittag kurzzeitig stoppen. Mittlerweile werden die U- und S-Bahnlinien aber wieder befahren. Auch die Linie U1 über die Oberbaumbrücke fahre wieder, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Donnerstagmittag. Nur während der Entschärfung des Sprengkörpers werde die Strecke nicht befahren, fügte sie hinzu. Dies werde vermutlich gegen 16.00 Uhr stattfinden. Am Vormittag hatte die Polizei zunächst den öffentlichen Nahverkehr in der Umgebung rund um die Oberbaumbrücke gestoppt. Komplett unterbrochen war aber weiterhin der Schiffsverkehr auf der Spree, sagte ein Sprecher. Während der Entschärfung muss auch der Straßenverkehr unterbrochen werden.
Am Nachmittag begann die Polizei damit, den zuvor eingegrenzten Bereich zu räumen. Zunächst fuhren Einsatzwagen durch die betroffenen Straßen, um die Anwohner durch Lautsprecheransagen zu informieren. Später war vorgesehen, jede Wohnung aufzusuchen und die Mieter direkt anzusprechen. Betroffen sind die Schlesische Straße, Skalitzer Straße sowie die Warschauer Straße bis zur gleichnamigen U-Bahnstation. Auch die Beschäftigten des Kundenzentrums der Berliner Stadtreinigung (BSR) in der Mühlenstraße wurden aufgefordert, ihre Büros zu verlassen. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz.
Die Oberbaumbrücke ist eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, weshalb mit einem weiträumigen Verkehrschaos zu rechnen ist.
Erst am 6. April hatten etwa 7000 Menschen in Berlin-Spandau für viele Stunden ihre Wohnungen verlassen müssen, bis nachts eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht werden konnte. Die 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die auf dem Gelände eines Wasserwerks an der Falkenseer Chaussee gefunden worden war, wurde damals gesprengt. Im Berliner Boden werden noch immer zahlreiche explosive Hinterlassenschaften des Krieges vermutet.
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