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Die Schule fängt wieder an
Am Montag beginnt für die Berliner Schüler ein neues Schuljahr. Die Sommerferien sind vorbei und der - für manche Kinder - ungeliebte Schulalltag fängt wieder an. Für einige Kinder beginnt außerdem eine neuer Lebensabschnitt. Die Erstklässler werden am Samstag, den 20. August eingeschult. Traditionell bekommen sie eine Schultüte mit vielen Leckereien. In Berlins Schulen arbeiten nach Senatsangaben im neuen Schuljahr mehr Lehrer und Erzieher als zuvor. Die Zahl der Lehrer-Vollzeitstellen sei von 25 822 auf 26 118 gestiegen, sagte der scheidende Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Freitag. Mit gut 5650 seien rund 250 zusätzliche Erzieherinnen im Einsatz. «Ich gehe davon aus, dass wir eine gute, vernünftige Basis für den Beginn des Schuljahres haben», sagte Zöllner vor dem ersten Schultag am Montag.
Zöllner bestätigte jedoch, dass «etwas unter hundert» Lehrerstellen erst nach Schuljahresbeginn an diesem Montag besetzt werden können, weil Bewerber kurzfristig abgesagt hätten. Auch 32 Erzieher fehlten noch. Die Zahl der Schüler bleibt mit 321 740 den Angaben zufolge in etwa konstant. Die Lehrergewerkschaft GEW sprach dagegen von 150 offenen Lehrerstellen. «In Neukölln sind etliche Stellen noch offen», sagte die Vorsitzende Sigrid Baumgardt. Sie hielt der Schulbehörde jedoch zugute, dass es endlich gelungen sei, Lehrer für das neue Schuljahr früher einzustellen. «Wie es genau an den Schulen aussieht, wird man erst nächste Woche sehen.» Im vergangenen Jahr hatte es erhebliche Probleme an den Schulen gegeben. CDU und Grüne erwarten dagegen, dass es wieder Chaos gibt.
Auf die Schulen kommen einige Neuerungen zu: Grundschulen sollen mit einem Grundwortschatz arbeiten, Schüler ihre Lehrer bewerten. Die Bezirke wollen Schulschwänzer einheitlich verfolgen, Ergebnisse der Schulinspektionen werden veröffentlicht. Grundschüler in Brennpunktschulen werden mit Eintrittskarten für Sportveranstaltungen belohnt, wenn sie sich besonders anstrengen. Außerdem wird es 6700 zusätzliche Abiturienten geben, weil erstmals Schüler nach zwölf Jahren regulärer Schulzeit die Reifeprüfung ablegen.
Zöllner gibt sein Amt mit der Abgeordnetenhauswahl am 18. September ab. Er hatte mit einer tiefgreifenden Reform Haupt-,Real- und Gesamtschulen abgeschafft und dafür die neue Sekundarschule neben das Gymnasium gestellt. «Schule ist so wichtig, dass man aus meiner Sicht nie sagen kann: Alles ist erledigt», sagte er. Wichtig sei künftig, die Lehrerausbildung zu verbessern, behinderte Schüler besser in Regelschulen zu integrieren und die Grundschulen besser auszustatten. Die GEW fügte als Aufgaben hinzu, den Bauzustand vieler Schulen zu verbessern.
Unterdessen geht im Bezirk Mitte der juristische Streit um Grundschulplätze in die nächste Runde. Eltern hatten dagegen geklagt, dass fünf Kinder nicht an der nächstgelegenen Grundschule angenommen wurden. Das Verwaltungsgericht gab ihnen Recht. Der Schulweg der Kinder müsse dem Alter angemessen sein. Für Erstklässler sei rund ein Kilometer in Ordnung. Das Bezirksamt Mitte hat dagegen am Freitag jedoch Beschwerde eingelegt. «Wir wollen eine Grundsatzentscheidung», sagte Bezirksstadträtin Petra Schrader am Freitag.
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