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Die Verunsicherung der Bürger
In der dritten Nacht in Folge sind in Berlin Autos in Brand gesteckt worden. In den frühen Morgenstunden am Donnerstag gingen neun Fahrzeuge in Flammen auf, weitere drei wurden nach Angaben der Polizei beschädigt. Es traf wieder überwiegend Autos im bürgerlichen Bezirk Charlottenburg. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte in der rbb-Abendschau zu den Brandstiftungen: «Ich kann überhaupt kein politisches Motiv erkennen.» Die Polizeigewerkschaft im Beamtenbund forderte in der «Bild»-Zeitung ein hartes Durchgreifen. Der Innenexperte der SPD, Dieter Wiefelspütz, verurteilte in derselben Zeitung die Brandanschläge als Vorstufe zum Terrorismus. Bislang gingen die Ermittler von Tätern überwiegend aus dem linksextremistischen Bereich aus. Am Mittwochabend sagte der Innensenator im rbb, nur noch die Hälfte aller Brandanschläge würde von Linksextremisten aus politischen Gründen verübt. Die andere Hälfte seien Nachahmungstäter und Pyromanen. «Wir haben es nicht mit organisierten Gruppen zu tun, sondern mit einzelnen Leuten.» Körting bekräftigte: «Wir werden diesen Serientäter kriegen.» Nach Angaben der Polizei wurden in diesem Jahr bislang 141 Wagen direkt angezündet sowie 86 weitere Fahrzeuge durch die Flammen mitbeschädigt.
Die Polizei hat zusätzlich Streifen losgeschickt, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Seit der Nacht zum Dienstag wurden bei den Brandstiftungen 47 Autos beschädigt oder ganz zerstört. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte die Einwohner zur Wachsamkeit aufgerufen. Sie sollten verdächtige Beobachtungen umgehend der Polizei melden, hatte er am Mittwoch gesagt. Die Berliner CDU forderte zudem eine Sonderkommission der Polizei zur Aufklärung. Der Innensenator lehnt dies ab.
Zunächst brannten am Donnerstagmorgen kurz nach Mitternacht mehrere Autos in Charlottenburg. Vier Fahrzeuge standen am Charlottenburger Ufer und in der Brauhofstraße Ecke Eosanderstraße auf Parkplätzen vor Wohnhäusern. Dabei gingen nicht nur zwei hochwertige Kombiwagen in Flammen auf, sondern auch zwei mehr als zehn Jahre alte Autos. Kurz nach 01.00 Uhr brannten zwei Autos in der Händelallee in Tiergarten. Etwa eine Stunde später ging es dann in Neu-Hohenschönhausen in der Straße Zum Hechtgraben und der Nienhagener Straße weiter. Dort wurden drei Autos angezündet, weitere drei Fahrzeuge wurden beschädigt.
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