Totalausfall: S-Bahn und Senat unter Druck

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Die Bahn hat den Zusammenbruch von weiten Teilen des Berliner S-Bahnverkehrs am Donnerstag als bisher größte Panne bezeichnet. Am Freitagmorgen verlief laut Ahlert der S-Bahnverkehr nach einigen Anlaufschwierigkeiten wieder fast normal. Nur vereinzelt komme es noch zu Zugausfällen. Lediglich die S47 fahre nur zwischen Schöneweide und Spindlersfeld. Am Donnerstag war dagegen fast der gesamte Betrieb für bis zu drei Stunden eingestellt worden. Zehntausende von Fahrgästen saßen teilweise auch in den automatisch gestoppten Zügen fest. Betroffen war zeitweilig auch der Regional- und Fernbahnverkehr.

 

Nicht nur bei Fahrgästen sorgte der Ausfall für Kopfschütteln - auch im Berliner Senat. Die Probleme der S-Bahn sind in der Hauptstadt ein politischer Dauerbrenner. „Dass die gesamten Züge der S-Bahn durch einen einzigen Stellwerkdefekt ausfallen, ist kaum vorstellbar“, teilte Stadtentwicklungssenator Michael Müller mit. Die oppositionelle Linke sieht einen Beleg für die Anfälligkeit des Systems. Das Unternehmen müsse so etwas ausschließen. Die SPD-Fraktion hat da wenig Hoffnung: „Dieser Zusammenbruch des S-Bahn-Verkehrs ist ein Beleg dafür ist, dass die Bahn mit dem Betrieb der S-Bahn in der Hauptstadt überfordert ist.“ Der Senat überlegt, die S-Bahn in Landesregie zu übernehmen. Allerdings denkt die Bahn bislang nicht an einen Verkauf. Wenn der Verkehrsvertrag 2017 ausläuft, könnte das Land einen Teil des Betriebs ausschreiben.

Der Ausfall am Donnerstag ereignete sich nach Bahnangaben bei einer Routinekontrolle des Notfallsystems im Stellwerk Halensee. Sie habe zuvor mehr als 70 Mal funktioniert. Das Unternehmen schildert den planmäßigen Ablauf so: Die Stromversorgung der Betriebszentrale wird unterbrochen, eine Batterie übernimmt, bis ein Dieselgenerator auf Touren kommt, der die Anlage weiter versorgt. Dabei brennt demnach am Donnerstag aber der Wechselrichter durch. Das kleiderschrankgroße Gerät soll eigentlich den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für die Computer in Stellwerk und Betriebszentrale umwandeln. Weil auch ein Ersatz-Wechselrichter nicht funktioniert, gehen an mehr als 30 Computern die Lichter aus. Die angeschlossenen Signale im Netz schalten auf Rot. Bis die Rechner mit der regulären Stromversorgung wieder hochgefahren sind, ist der S-Bahn-Betrieb zusammengebrochen.

 
Friday, den 16.December 2011

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