Gesundheitstourismus in Berlin

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Als die Berliner Vivantes-Krankenhäuser 2009 zwei Kliniken mit 200 Betten für ausländische Patienten eröffneten, gab es hämische Kommentare: Die kriegt ihr doch nie voll. Inzwischen gibt es bei Vivantes Wartelisten. Große Erfolgszahlen fehlen zwar weiterhin. „Aber das nimmt Fahrt auf“, betont Berlins Tourismuschef Burkhard Kieker. Gemessen an den Tourismuszahlen für Berlin klingen rund 3500 ausländische Patienten, die sich im Jahr in Berlin behandeln lassen, fast wie ein Witz: Denn von Januar bis Ende November kamen nach den jüngsten Zahlen der Statistiker rund neun Millionen Touristen in die Hauptstadt - das machte satte 20,7 Millionen Übernachtungen.

 

Erst beim Blick auf Details wird es interessanter: Vivantes betreut heute nicht mehr 600, sondern 1600 Patienten aus dem Ausland im Jahr. Auch die Charité steigerte sich um 20 Prozent. Besonders gefragt sind Krebsbehandlungen, Transplantationen, Neurochirurgie und Kardiologie. Die meisten Patienten kommen aus Russland. Doch Medizin ist nicht alles. Kranke Gäste aus dem Ausland bringen gern ihre Familien mit. Die bleiben bis zu 14 Tage in einem Hotel - und nicht nur zwei oder drei wie ein Städtetourist. Für Berlin und Brandenburg schätzt das Netzwerk „Health Capital Berlin“ den Jahresumsatz der Gesundheitsbranche mit rund 350 000 Beschäftigten auf 14,5 Milliarden Euro.

 
Thursday, den 12.January 2012

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