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Konsequenzen nach Cybermobbing gefordert
Die Berliner Grünen haben eine zügige Bestrafung der Jugendlichen gefordert, die einen 17-Jährigen zusammengeschlagen haben, weil er seine Freundin vor Mobbing im Internet beschützen wollte. «Cybermobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern muss konsequent bekämpft werden», teilte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop am Mittwoch mit. «Cybermobbing findet nicht im rechtsfreien Raum statt.» Beim Verdacht auf Straftaten, müsse die Polizei informiert werden.
Nötig sei an Schulen ein gemeinsamer Fairnesskodex, den Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam erarbeiten müssten. Dieser könne den respektvollen Umgang miteinander wie auch den Gebrauch des Internets regeln, so Pop. Entscheidend sei aber: «Es darf nicht weggeschaut werden, wenn geschmäht und gedemütigt wird.»
Eine Gruppe von 20 Jugendlichen aus den teilweise schwierigen Stadtteilen Wedding und Reinickendorf schlug den 17-Jährigen am Samstagabend krankenhausreif. Der junge Mann wollte seine Freundin vor massiven Beleidigungen auf einer berüchtigten Internetplattform durch ihre Mitschülerinnen beschützen.
Die Polizei nahm am Montag sechs mutmaßliche Täter fest. Drei wurden dem Haftrichter vorgeführt, mussten aber nicht in Untersuchungshaft, sondern konnten wieder nach Hause gehen. Unter ihnen ist ein 16-Jähriger, der nach Polizeiangaben von der Staatsanwaltschaft als sogenannter Intensivtäter beobachtet wird. Staatsanwalts-Sprecher Martin Steltner sagte, wegen des Vorwurfs der gemeinschaftlichen schweren Körperverletzung werde jetzt weiter ermittelt, um eine Anklage zu erstellen.
Gemobbt wurde die Freundin des Opfers auf der Internetseite isharegossip.com (I share - ich teile; Gossip - Gerücht), die mittlerweile traurige Berühmtheit erlangte. Hier tauchten in den vergangenen Wochen auch Amokdrohungen auf, nach denen Schulen in Berlin kurz geschlossen blieben. Anonyme Schüler beschimpfen auf der Seite in zum Teil heftiger und abwertender Gossensprache Mitschüler. Häufig werden Mädchen runtergemacht, oft beleidigen sich auch deutschstämmige Jugendliche und Schüler mit ausländischen Wurzeln gegenseitig. Die Betreiber der Seite werben damit, dass die Schreiber nicht ermittelt werden können.
- Dateien:
- mbl-cybermobbing.jpg (17.4 kb)









